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Juni 2000
Europäische
Gesundheitsbehörde unterstützt den Einsatz von Herceptin bei
der Behandlung von metastasierendem Brustkrebs; Zulassung
in Europa noch in diesem Jahr erwartet
Der
Europäische Ausschuss für Arzneimittelspezialitäten (CPMP)
empfiehlt die Zulassung von Herceptin zur Behandlung
von HER2-positiven metastasierenden Brustkrebstumoren.
Die
Behandlung mit Herceptin zielt spezifisch auf ein Gen namens
HER2 ab, das mit dem Wachstum von Krebszellen in Zusammenhang
steht. Im Gegensatz zu anderen Chemotherapien zerstört Herceptin
die normalen und gesunden Zellen nicht, was die Hauptursache
für die Nebenwirkungen im Zusammenhang mit den gegenwärtig
üblichen Therapien ist. Der klinische Einsatz hat gezeigt,
und dies wird auch durch die CPMP-Empfehlung bestätigt, dass
die Kombination von Herceptin und einer Chemotherapie zu einer
deutlichen Verbesserung in Bezug auf die Überlebensrate, die
Zeit bis zum Fortschreiten der Krankheit und die Lebensqualität
der Patientinnen führte.
„Herceptin
ist ein ganz wichtiger Fortschritt in der Behandlung sowohl
hinsichtlich Überlebenschancen der Patientinnen, die an dieser
besonders aggressiven Form von Brustkrebs leiden, als auch
hinsichtlich der Zeitspanne bis zum Fortschreiten der Krankheit“,
erklärt Dr. Martine Piccart vom Krebsinstitut Jules
Bordet in Belgien und der European Organisation for the Research
and Treatment of Cancer (EORTC).
„Die
Ergebnisse einer klinischen Studie zeigen, dass die Kombination
von Herceptin und einer Chemotherapie die Überlebensrate erhöhen
konnte. Eine weitere Studie über Herceptin als Monotherapie
bei Patientinnen, die zuvor eine massive Chemotherapie erhalten
hatten, zeigte, dass ein Drittel dieser Patientinnen von dieser
gezielt wirkenden Behandlung profitieren kann. Die Dauer dieses
Erfolgs war im Vergleich zu den mit einer fortgesetzten Chemotherapie
üblicherweise erzielten Wirkungen beträchtlich“, fährt Dr.
Piccart fort.
„Herceptin
bietet eine neue Alternative zu einer Chemotherapie an, umso
mehr, als es nicht mit den unangenehmen Nebenwirkungen wie
Haarausfall oder Übelkeit verbunden ist – vor allem bei alleiniger
Verabreichung. Diese Behandlung besitzt das Potenzial, ähnlich
wie eine Hormontherapie eingesetzt werden zu können – der
einzigen anderen Möglichkeit, den Brustkrebs gezielt anzugehen
–, und übernimmt dabei auch alle deren Vorteile z.B. in Bezug
auf eine höhere Lebensqualität“.
Das
HER2-Gen ist üblicherweise mit einer schlechten Prognose verbunden,
daher ist die Behandlung von HER2-positiven Patientinnen eine
der grössten medizinischen Herausforderungen. Eine nicht unbeträchtliche
Anzahl der Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs sind
auch HER2-positiv und brauchen eine gezielte Therapie, um
ihre Behandlungschancen deutlich vergrössern zu können. Herceptin
ist spezifisch für diese Gruppe von Patientinnen konzipiert.
Durch eine sorgfältige Selektion der HER2-positiven Patientinnen
kann – wie klinische Studien gezeigt haben – mit der Behandlung
eine überlegene Wirksamkeit erreicht werden, was sich auch
in deutlich erhöhten Überlebensraten niederschlägt. Daher
stellt Herceptin für eine bedeutende Anzahl von Patientinnen
mit metastasierendem Brustkrebs eine grosse Hoffnung dar.
Die Diagnose, ob eine Patientin HER2-positiv ist, erfolgt
mittels immunohistochemischen Tests. Mit diesen Tests wird
die auf den Oberflächen der Tumorzellen vorhandene Menge HER2
bestimmt.
Herceptin
wurde im September 1998 von der amerikanischen Gesundheitsbehörde
(FDA) für die Behandlung von metastasierendem Brustkrebs zugelassen.
In der Zwischenzeit ist es auch in weiteren 11 Ländern erhältlich,
u.a. in Israel, Kanada, der Schweiz, Argentinien und Brasilien.
Roche hat auch in anderen Ländern rund um den Globus Zulassungsgesuche
für Herceptin eingereicht. Herceptin wurde von Genentech entwickelt,
einem führenden US-Biotechnologie-Unternehmen, an dem Roche
eine Mehrheitsbeteiligung von 58% hält. Im Juli 1998 erhielt
Roche von Genentech die ausschliesslichen Vermarktungsrechte
für Herceptin ausserhalb der USA.
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