Allergien
europaweit im Vormarsch -
Suche nach dem Allergie-Gen
Allergieimpfung
bleibt Goldstandard in der Therapie
Lissabon.
Rund 5.000 Allergiespezialisten aus aller Welt trafen sich
jetzt auf dem 19. Kongress der Europäischen Akademie für
Allergie und klinische Immunologie (EAACI) in Lissabon, um
ihre Forschungsergebnisse auszutauschen. Fest steht, dass die
allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen, Hausstaubmilbenallergie, Allergien auf Tiere und Lebensmittel
sowie allergisches Asthma im Schnitt um etwa 0,5 Prozent jährlich zunehmen.
Auf
der Allergie-Landkarte Europas ist Großbritannien absoluter
Spitzenreiter, Albanien zeichnet sich durch die geringste
Anzahl allergischer Erkrankungen aus. Allein der Heuschnupfen,
unter dem in Albanien etwa 4 Prozent der Bevölkerung leiden,
ist in Großbritannien mit 22 Prozent mehr als fünf mal so
hoch. Deutschland liegt hier mit
12 Prozent im oberen Drittel, bei Asthma, Tier- und
Lebensmittelallergien auf Platz 3 der europäischen Statistik.
Nach wie vor gibt es unterschiedliche Theorien über die Gründe
für den Anstieg. Wurde in letzter Zeit insbesondere die
westliche Lebensart, also teilweise übertriebene Hygiene,
moderne Lebensmittel und Umweltfaktoren, für den Anstieg
verantwortlich gemacht, konzentrieren sich die Untersuchungen
heute vermehrt auf die genetische Veranlagung als Risikofaktor
für Allergien. Etwa 40 Prozent der Kinder, bei denen ein
Elternteil eine Allergie aufweist, werden Allergiker. Wenn
beide Eltern Allergiker sind, wächst das Risiko bei den
Kindern auf sechzig bis achtzig Prozent. Über zwanzig
Arbeitsgruppen suchen derzeit weltweit nach dem
„Allergie-Gen".
Der
Tagungspräsident Professor Antero Palma-Carlos,
Lissabon, forderte eine europäische Initiative zur
Verbesserung von Prävention, Diagnose und Therapie von
Allergien. Wissenschaftliche Kriterien, Ausbildungsprogramme
und Behandlungen müssen europaweit harmonisiert werden, um
der Epidemie des 21. Jahrhunderts Herr zu werden. Erschreckend
sei, wie viele Europäer nach wie vor gar nichts von ihrer
Erkrankung wüssten oder falsch behandelt würden.
Auf
dem Gebiet der Therapie hat sich die spezifische Immuntherapie
(SIT) als Standard durchgesetzt. Professor Stephen Durham,
Royal Brompton Hospital London, konnte bei der Behandlung von
Pollenallergikern mit molekular standardisierten
Allergenextrakten nachweisen, dass noch fünf Jahre nach
Behandlungsende eine deutliche Besserung der Krankheitszeichen
bei saisonalem Heuschnupfen festzustellen ist. So sank der
Bedarf an Zusatzmedikation um 80 Prozent. Die SIT führt
insgesamt zu einem andauernden Rückgang der klinischen
Symptome und einer nachhaltigen Verbesserung der körpereigenen
Immunantwort. Sie ist damit derzeit die einzige
Behandlungsform, mit der Allergien und Asthma ursächlich
behandelt und nachhaltig gebessert werden können.
Professor
Erkka Valovirta vom Turku Allergie Center in Helsinki
berichtete über eine Studie mit 6-14jährigen Kindern in
sechs europäischen Ländern, die gegen ihren Heuschnupfen
eine Immuntherapie erhielten. Ziel der Studie, an der auch
deutsche Kinder beteiligt waren, war es, die vorbeugende
Wirkung der SIT-Behandlung hinsichtlich der Entwicklung
eines Asthma bronchiale zu untersuchen. Drei Jahre nach
Beendigung haben die mit der Allergie-Impfung (SIT)
therapierten Kinder um 60 Prozent weniger Asthma entwickelt
als Kinder, die lediglich mit symptomatisch wirksamen
Arzneimitteln behandelt wurden. Auch wenn die Studie noch
fortgesetzt wird, kann heute schon festgestellt werden, dass
die spezifische Immuntherapie bei Kindern mit Heuschnupfen
eine präventive Wirkung auf die Entwicklung eines Asthma
bronchiale hat.
Professor Christof Ebner, Institut für
Pathophysiologie der Universität Wien: „Auch wenn wir immer
noch nicht genau wissen, woher die Allergien kommen und warum
sie so ansteigen, wir haben mit der SIT eine kausale
Behandlungsmethode. Sie ist und bleibt der Goldstandard der
Therapie."
Für
Rückfragen:
Peter Fischer
ALK-SCHERAX Arzneimittel GmbH
Sülldorfer Landstraße 128
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