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| Nr. 320905 | 10.07.1998 | |||
Roche und Genentech unterzeichnen Lizenzvereinbarung für Herceptin®Roche Media Release,Roche AG / Public Relations Basel, 6. Juli 1998 Roche wird die ausschliesslichen Vertriebsrechte für Herceptin® (Trastuzumab), einem neuartigen Krebsmedikament von Genentech, ausserhalb der Vereinigten Staaten übernehmen. Herceptin, der monoklonale Antikörper Anti-HER2, dient der Behandlung von metastasierendem Brustkrebs. Die Vereinbarung sieht vor, dass Roche nach einer namhaften ersten Zahlung bei Erreichen wichtiger Etappenziele in der Entwicklung weitere Barzahlungen entrichtet. Zudem wird Roche die globalen Entwicklungskosten zu gleichen Teilen mit Genentech tragen sowie Lizenzgebühren auf die Verkäufe zahlen. Herceptin ist von Krebsspezialisten weltweit als vielversprechendes neues Krebsmittel begrüsst worden, da es bei der Ursache derjenigen Fälle von metastasierendem Brustkrebs ansetzt, die sich durch eine Überexpression des HER2-Krebsgens auszeichnen. Im Gegensatz dazu greift die Chemotherapie eine Vielzahl rasch sich teilender Zellen im menschlichen Organismus an, ohne zwischen gut- und bösartigen Geweben zu unterscheiden. Das von Genentech entdeckte und entwickelte Herceptin ist das erste Präparat, das den krebsauslösenden genetischen Defekt - in diesem Fall die Überexpression des HER2-Krebsgens - anvisiert. Bei 25-30% aller Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs liegt eine Überexpression des HER2-Krebsgens vor. Die Vereinbarung mit Genentech umfasst darüber hinaus auch ein gemeinsames Entwicklungsprogramm für weitere solide Tumoren, wie beispielsweise nicht-kleinzellige Lungenkrebsformen. Die Daten der Phase-III-Studien von Genentech, welche auf eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit von Herceptin bei metastasierendem Brustkrebs hinweisen, wurden im Mai am Kongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) präsentiert. Eine grossangelegte Studie ergab, dass bei Kombination der Chemotherapie mit Herceptin, im Vergleich zur Chemotherapie allein, die Tumore um 53% stärker ansprechen. Zudem wird die Zeitspanne bis zum Fortschreiten der Krankheit im Mittel um 65% verlängert. Das allgemeine Sicherheitsprofil ist in beiden Gruppen ähnlich. Bei Frauen, die gleichzeitig mit Herceptin und Anthracyclinen behandelt wurden, ist lediglich ein höheres Risiko für Herzfunktionsstörungen festgestellt worden. Herceptin, das in einer zweiten grossangelegten Studie als alleiniges Mittel verabreicht worden war, liess ebenfalls eine gute Wirksamkeit und eine ausgezeichnete Verträglichkeit erkennen. Zudem traten praktisch keine der üblicherweise mit einer Chemotherapie verbundenen Nebenwirkungen wie Haarausfall, Übelkeit, Erbrechen sowie Abtötung von Zellen des Immunsystems auf. Herceptin ist von der amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) als Produkt für ein beschleunigtes Zulassungsverfahren eingestuft worden. Das Gesuch wird daher mit Priorität behandelt. Mit einem Entscheid seitens der FDA wird bis November 1998 gerechnet. Roche wird in den nächsten Monaten bei weiteren Arzneimittelbehörden auf der ganzen Welt Zulassungsgesuche einreichen. Herceptin ergänzt das bestehende onkologische Repertoire von Roche, das aus hochinnovativen Medikamenten besteht, so z.B. aus Xeloda zur Behandlung von metastasierten Brustkrebsen, oder MabThera® zur Behandlung von follikulären non-Hodgkin-Lymphomen und Roferon®-A, der ersten Interferonbehandlung für verschiedene Formen von Krebs. Zusammen mit Praecis Pharmaceuticals entwickelt Roche Abarelix, einen neuen hormonellen Antagonisten für die Behandlung von Prostatakrebs. Roche, mit Hauptsitz in Basel, Schweiz, ist unter den forschenden Firmen im Gesundheitssektor ein weltweit führendes Unternehmen, das auf den Gebieten Pharmazeutika, Diagnostika, Vitamine Riechstoffe und Aromen sowie Orthopädie tätig ist. Roche erforscht, entwickelt und vertreibt rezeptpflichtige Medikamente in therapeutischen Schlüsselgebieten wie Erkrankungen des Nervensystems, Virologie, Infektionskrankheiten, Onkologie, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Entzündungs- und Autoimmunkrankheiten, Dermatologie, Stoffwechselkrankheiten und Atemwegserkrankungen.
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