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Gräser-Impf-Tablette
bessert bei Kindern Heuschnupfen und Asthma
Wedel,
9. Juni 2008 – Eine Gräser-Impf-Tablette bessert bei Kindern
mit einer Gräser- und Roggenpollenallergie wirksam die typischen
Heuschnupfen- und Asthmasymptome. Die Betroffenen brauchen außerdem
weniger Medikamente zur Linderung ihrer Allergiebeschwerden.
Das zeigen die Ergebnisse einer Studie, die Professor Dr. Albrecht
Bufe aus Bochum am 8. Juni 2008 auf einem Allergie-Kongress
in Barcelona vorstellte.
Seit 2006 ist in Deutschland
eine innovative Gräser-Impf-Tablette zur Behandlung von Erwachsenen
mit einer Allergie auf Gräser- oder Roggenpollen zugelassen.
Die Tablette enthält standardisierte Allergene aus Wiesenlieschgras
und wirkt bei regelmäßiger Anwendung über drei Jahre wie eine
Allergie-Impfung ohne Spritzen: Sie macht das Immunsystem der
Patienten wieder tolerant gegenüber den Allergieauslösern aus
Gräsern oder Roggen.
Die auf dem Allergie-Kongress
in Barcelona vorgestellte GT-12-Studie zeigte, dass die Gräser-Impf-Tablette
bei Kindern mit Gräser- oder Roggenpollenallergie Heuschnupfensymptome
und auch Asthmasymptome wie Husten, pfeifende Atmung und Atemnot
wirksam bessert. Die Kinder hatten zudem an viel weniger Tagen
mit Asthma zu kämpfen und benötigten weniger Medikamente gegen
die Allergiesymptome. Die Ergebnisse der Studie sind vergleichbar
mit den Behandlungserfolgen der Gräser-Impf-Tablette bei Erwachsenen.
„Die guten Ergebnisse der neuen Studie könnten dazu führen,
dass die sublinguale Immuntherapie, bei der die Wirkstoffe unter
die Zunge appliziert werden, bei Kindern positiver bewertet
wird“, sagt der Allergologe Privatdozent Dr. Eike Wüstenberg,
Leiter der Medizinisch-Wissenschaftlichen Abteilung von ALK-SCHERAX.
„Heuschnupfen
kann zu Asthma führen. Wer in der Pollensaison unter Asthmasymptomen
leidet, sollte unbedingt einen allergologisch ausgebildeten
Facharzt aufsuchen“, rät der Kinderarzt und Allergologe
Professor Dr. Albrecht Bufe aus Bochum. „Die Ursache der
Allergie kann im Rahmen einer spezifischen Immuntherapie mit
regelmäßigen Injektionen oder Tropfen behandelt werden. Zukünftig
könnte die Gräser-Impf-Tablette eine wichtige Option der ursächlichen
Behandlung einer Allergie auf Gräser- oder Roggenpollen sein.
Vor allem Kinder und Jugendliche, die trotz antiallergischer
Medikamente stärkere Beschwerden haben, können davon profitieren.“
Zusätzliche
Informationen
Der
Etagenwechsel vom Heuschnupfen zum Asthma
Für
Patienten mit Heuschnupfen besteht ein erhöhtes Risiko, zusätzlich
an Asthma zu erkranken. Erstes Warnzeichen für so einen „Etagenwechsel“
kann beispielsweise bei Gräserpollenallergikern Husten in der
Pollensaison sein. Antihistaminika, die nur die Beschwerden
lindern, sind bei Patienten mit Asthmasymptomen meist nicht
mehr ausreichend. Die Betroffenen sollten einen allergologisch
ausgebildeten Facharzt aufsuchen.
Eine
Behandlung mit der Gräser-Impf-Tablette bessert nicht nur die
Symptome, sondern wirkt auch gegen die Ursache der Allergie
und bietet damit ebenso wie die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung)
mit Spritzen eine Chance auf langfristige Heilung.1
Die Vorteile der Immuntherapie in der Behandlung von allergischem
Asthma und auch bei der Vorbeugung von Asthma und weiteren Allergien,
belegt eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien.2,3
Beispielsweise reduziert eine dreijährige sublinguale Immuntherapie,
bei der Tropfen unter die Zunge gegeben werden, die Heuschnupfensymptome
und schützt heuschnupfenkranke Kinder darüber hinaus vor Asthma.4
Für die Gräser-Impf-Tablette liegen noch keine Langzeitergebnisse
vor, doch die Daten der GT-12-Studie deuten an, dass auch die
Immuntherapie mit Tabletten den Etagenwechsel stoppen könnte.
Die
Allergie auf Gräserpollen und die Gräser-Impf-Tablette
In
Deutschland leiden bis zu 24% der Erwachsenen und bis zu 11%
der Kinder und Jugendlichen im Alter von fünf bis 15 Jahren
an allergischem Schnupfen.5 Auslöser sind bei über
der Hälfte der Betroffenen Gräserpollen.6 Etwa ein
Drittel der Kinder mit einer Allergie auf Gräserpollen entwickelt
innerhalb von zwei Jahren Asthma.7 Die meisten Patienten
erhalten keine Immuntherapie, sondern nur symptomlindernde Medikamente,
die 60-68% als nicht oder nicht ausreichend effektiv beurteilten.8
Mit
der Gräser-Impf-Tablette könnten mehr Menschen eine ursächlich
wirkende Immuntherapie gegen ihre Allergie erhalten. Die Behandlung
wird von einem Facharzt verordnet, kann dann aber einfach zu
Hause erfolgen. Die Tablette löst sich unter der Zunge innerhalb
weniger Sekunden auf und setzt die Allergene frei. Zu Beginn
der Behandlung treten häufig direkt nach der Anwendung ein leichter
Juckreiz im Mund-Rachen-Raum und ggf. Schwellungen auf. Diese
Nebenwirkungen gehen meist innerhalb von einigen Tagen oder
Wochen im Rahmen der Toleranzentwicklung von selbst zurück.
Ansonsten ist die Therapie sicher und gut verträglich.
Informationen
über ALK-SCHERAX
Die
ALK-SCHERAX Arzneimittel GmbH aus Wedel in Schleswig-Holstein,
ein Tochterunternehmen des dänischen Mutterkonzerns ALK-Abelló,
beschäftigt rund 140 Mitarbeiter. Das Unternehmen ist in Deutschland
Marktführer für Produkte zur spezifischen Immuntherapie. Es
entwickelt und vertreibt Produkte für die Diagnostik, Therapie
und Prävention von Allergien.
Literatur
1
Linneberg A, Nielsen NH, Madsen F, Frolund L, Dirksen
A, Jorgensen T. Increasing prevalence of specific IgE to aeroallergens
in an adult population: two cross-sectional surveys 8 years
apart: the Copenhagen Allergy Study. J Allergy Clin Immunol
2000;106(2):247-52.
2
Bousquet J, Van Cauwenberge P, Khaltaev N. Allergic rhinitis
and its impact on asthma. J Allergy Clin Immunol 2001;108(5
Suppl):S147-334.
3
Jacobsen L CT, Anderson P, Valovirta E, Dahl R, de Monchy
J. The co-morbidity of allergic hay fever and asthma in randomly
selected patients with respiratory allergic diseases. Allergy
2002;57(23).
4
Novembre E, Galli E, Landi F, Caffarelli C, Pifferi M,
De Marco E, et al. Coseasonal sublingual immunotherapy reduces
the development of asthma in children with allergic rhinoconjunctivitis.
J
Allergy Clin Immunol 2004;114(4):851-7.
5.
Weißbuch Allergie in Deutschland, 2. Auflage. DGAKI,
ÄDA, DAAU (Ring J, Fuchs T, Schultze-Werninghaus G, Hrsg.),
Urban und Vogel, München 2004. ISBN
3-89935-182-7.
6.
Bauchau V, Durham SR: Prevalence and rate of diagnosis
of allergic rhinitis in Europe. Eur Respir J 2004;24:758-764.
7
Lau S, et al.; Mas-Group: The development of childhood
asthma: Lessons from the German Multicentre Allergy Study (MAS).
Paedriatr
Respir Rev 2002;3:265-72
8 EFA web site. 2008.
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